Cooperativa-Film

Hausarbeiter*innen, Care-Work

50 min., ein Film von Anne Fri­si­us, mit Ani­ma­tio­nen von Karin Demuth, Bre­men 2023

Stimmen im Film:

Sil­via Habe­kost, Akti­vis­tin vom Kran­ken­haus-Streik in Ber­lin, die einen Ent­las­tungs-Tarif­ver­trag erstreikt haben (das bedeu­tet, dass Arbeits-Über­las­tung durch freie Tage aus­ge­gli­chen wer­den muss) „So ein Sys­tem funk­tio­niert nicht, wenn man es nicht nach dem Bedarf, son­dern nach Pro­fit­gier ausrichtet.“ 

Char­lot­te Hitz­fel­der vom Netz­werk Care-Revo­lu­ti­on / Kon­zept­werk Neue Öko­no­mie, Leip­zig, (ein Think Tank und Bil­dungs­werk): „Sor­ge muss ins Zen­trum gestellt wer­den, von Wirt­schaft und Gesell­schaft. Ohne Sor­ge kön­nen wir auf die­sem Pla­ne­ten nicht leben.“ 

Gise­la Notz, Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin und His­to­ri­ke­rin (Ber­lin) „Und dann kann man ja auch mal fra­gen, ob es pri­va­te Kran­ken­häu­ser geben soll. Oder immer mehr pri­va­te Alten­hei­me, wo viel Geld abge­schöpft wird.“

Jus­ty­na Oblace­wicz von der Bera­tungs­stel­le Fai­re Mobi­li­tät (Bera­tungs­netz­werk für Beschäf­tig­te aus Mit­tel- und Ost­eu­ro­pa zu ihren Arbeits­rech­ten in Deutsch­land) „Wir brau­chen mehr Auf­merk­sam­keit und Wert­schät­zung für die­se Arbeit. Und das ist Arbeit, kein Ehrenamt!“

Bri­git­te Bühr­len von der Wir! Stif­tung pfle­gen­der Ange­hö­ri­ger (München)„Wir brau­chen Netz­wer­ke, damit wir von­ein­an­der wis­sen, wir eine Lob­by bil­den, damit wir sagen kön­nen, was wir brau­chen!“ 

Der Film wur­de ermög­licht durch die freund­li­che Unter­stüt­zung vom Senat für Kul­tur Bre­men und der Stif­tung Men­schen­wür­de und Arbeitswelt.

Der Film eröff­net ver­schie­de­ne Per­spek­ti­ven auf die Ver­sor­gung alter Men­schen. Es geht dar­um, die Bedürf­nis­se der Men­schen in den Mit­tel­punkt zu stel­len, was beim der­zei­ti­gen pro­fit-ori­en­tier­ten Wirt­schaf­ten nicht mög­lich ist. Der Film zeigt sowohl klei­ne prak­ti­sche neue Wege (eine selbs­ver­ant­wor­te­te Köl­ner Demenz-WG), als auch grund­sätz­li­che, wei­te­re Über­le­gun­gen für ein wür­de­vol­les Leben mit Unter­stüt­zungs- oder Pfle­ge­be­darf.

Ein klei­nes ermu­ti­gen­des Bei­spiel aus der Pra­xis ist die Pfle­ge­wohn­ge­mein­schaft für Men­schen mit Demenz ‚Zum Rosen­gärt­chen‘ in Köln. Mar­tha Bank, Zuge­hö­ri­ge: „Es ist eine selbst­ver­ant­wor­te­te Wohn­ge­mein­schaft in der sie­ben Leu­te zusam­men leben, die mehr oder weni­ger Unter­stüt­zung brau­chen. Wo man guckt, wenn jemand ein­zie­hen möch­te, wie passt die­se Per­son ins Rosen­gärt­chen. Wir Ange­hö­ri­gen sind eine Gemein­schaft, die GbR, wir ver­ant­wor­ten die­se WG und das ist – nicht genau so wich­tig – aber auch wich­tig, dass wir uns alle gut ver­ste­hen. Dass wir Leu­te sind, die hier zusam­men etwas kre­ieren wol­len, denen das Rosen­gärt­chen wich­tig ist.“

Mar­tha Bank, Zugehörige

Die Pre­mie­re fin­det am 19.01.2023 um 19.00 Uhr im Kuko­on-Kul­tur­zen­trum, Bun­ten­tor­stein­weg 29, 28201 Bre­men statt. ( Mit freund­li­cher Unter­stüt­zung der Rosa-Luxem­burg Initia­ti­ve, Bremen)

Aktivist*innen in Amsterdam und in Deutschland erzählen

Ein Film von Anne Fri­si­us in Zusam­men­ar­beit mit Moni­ca Orje­da, 52 min., span, engl., arab. mit dt Ut., Kame­ra: Anne Fri­si­us, Susan­ne Hens­diek; Über­set­zun­gen: Lis­sy Dob­bler, Ibra­him Alg­ref­wi, Gehad; mit Musik von Far­zia Fall­ah, Flö­te Helen Bleds­oe; Amsterdam/Bremen/Osnabrück 2016/2017

Was haben Haus­an­ge­stell­te ohne Papie­re, ein Akti­vist aus Nige­ria und eine ehe­ma­li­ge DDR Bür­ge­rin gemein­sam? Sie alle müs­sen oder muss­ten sich mit der Ein­schrän­kung ihrer Bewe­gungs­frei­heit auseinandersetzen.

Wäh­rend Waren von Kon­zer­nen glo­bal zir­ku­lie­ren und Men­schen mit einem pri­vi­le­gier­ten Pass güns­ti­ger und ein­fa­cher rei­sen kön­nen als je zuvor, gel­ten für den über­wie­gen­den Teil der Mensch­heit heu­te dras­ti­sche Reisebeschränkungen.

Hausangestellte erstreiten sich ihre Rechte

Der Film beglei­tet zwei Haus­an­ge­stell­te, die vor Gericht zie­hen, um ihre Rech­te gegen­über ihren Arbeit­ge­bern ein­zu­kla­gen. Und er zeigt Aktivist*innen in Ams­ter­dam, die öffent­lich Aner­ken­nung und Rech­te ein­for­dern und dafür die Orga­ni­sa­ti­on United Migrant Dome­stic Workers gegrün­det haben. Fast alle Mit­glie­der sind Haus­an­ge­stell­te ohne Papiere.

Ein Bei­trag zur gesell­schaft­li­chen Dis­kus­si­on um Arbeit in pri­va­ten Haushalten.

Ein Film von Anne Fri­si­us in Zusam­men­ar­beit mit Móni­ca Orje­da, 65 min, Hamburg/Amsterdam/Bremen 2014

Ist Pflegebedarf ein gesellschaftlicher Notfall?

In Würde Altern vs. faire Arbeitsbedingungen?

55 min., in deut­scher Spra­che, von Anne Fri­si­us
Kame­ra: Ute Freund, Mar­kus Otto, Susan­ne Hens­diek
Berlin/Bremen 2013

Der Film beleuch­tet aus 11 unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven die Situa­ti­on in der häus­li­chen Betreu­ung. Men­schen mit Pfle­ge­be­darf, Pfle­gen­de (“lega­le” und “ille­ga­le”), Ange­hö­ri­ge und Gewerk­schaf­te­rin­nen erzäh­len von ihrer Situa­ti­on und Ein­schät­zung.

„Alt-Wer­den ist nichts für Feig­lin­ge!“
In aus­führ­li­chen Inter­views erzäh­len Betreu­te, Betreu­en­de, Ange­hö­ri­ge und Gewerk­schaf­ter von Schwie­rig­kei­ten, feh­len­den Struk­tu­ren, aber auch von berei­chern­den Erfahrunge

Eine Hausarbeiterin ohne Papiere zieht vors Arbeitsgericht

2008
Doku­men­tar­film 57 min. spanisch/deutsch Ut. bzw mit engl. Ut, Berlin/Hamburg 2008, ein Film von Anne Fri­si­us in Zusam­men­ar­beit mit Nad­ja Damm und Móni­ca Orje­da und der Tänzerin/Choreorafin Marie­la Durand Hua­man. Es ist auch eine Kurz­fas­sung des Films (26 min) erhältlich.

Mariela Durand Huaman, Künstlerin (Foto M. Setter)

Ana S. beschließt nach 3 Jah­ren unter­be­zahl­ter Haus­ar­beit bei einer Ham­bur­ger Fami­lie, einen ange­mes­se­nen Arbeits­lohn vor Gericht ein­zu­kla­gen. Dies, obgleich sie als „ille­gal“ gilt, weil sie kei­nen offi­zi­el­len Auf­ent­halts­ti­tel hat …
“Ich dach­te, ohne Papie­re hät­te ich kei­ne Chan­ce. Als sie mir sag­ten, dass ich auch ohne Papie­re mein Recht ein­for­dern kann, war das für mich ganz neu.
Ich dach­te immer, ohne Papie­re geht gar nichts. Anfangs war ich sehr ner­vös. Jetzt nicht mehr, ich bin viel muti­ger gewor­den. Jetzt sage ich, ich ver­lan­ge nur, was mir gehört. Ich erwar­te nicht, dass mir jemand etwas schenkt. Ich ver­lan­ge nur, was mir zusteht. Es ist der Lohn für mei­ne Arbeit, die ich bereits geleis­tet habe.” (Ana S.)”

1999 Ber­lin, Frau­en­Les­ben­Film­Coll­ec­tif,  dt.Ut. 40 min

Doku­men­tar­film zur Situa­ti­on von Migran­tin­nen, die ohne Papie­re in Deutsch­land leben und hier in Pri­vat­haus­hal­ten arbei­ten.
Fünf Frau­en erzäh­len ihre Geschich­ten und was es für sie jeweils bedeu­tet, hier ohne Papie­re zu leben. Sie erzäh­len von der stän­di­gen Gefahr, abge­scho­ben zu wer­den, von ihrer Arbeit in Pri­vat­haus­hal­ten in extre­mer Abhän­gig­keit von den Arbeit­ge­be­rIn­nen aber auch von den Stra­te­gien, die sie ent­wi­ckeln, um sich in die­ser Situa­ti­on zu behaupten …